Projektteam

Projektteam bei einem Arbeitstreffen im August 2018 
Das Projektteam während eines Arbeitstreffens im August 2018 (von links: S. Kriesch, H. Eilbracht, M. Wemhoff, C. von Carnap-Bornheim, T. Ibsen und J. A. Prassolow). Foto: D. Rohwäder, Schleswig.

Leitung

Claus von Carnap-Bornheim (Schleswig) und Matthias Wemhoff (Berlin) waren Antragsteller für das Projekt „Forschungskontinuität und Kontinuitätsforschung“ bei der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. Sie leiten das Langfristvorhaben seit dessen Beginn im Jahr 2012.

 

Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim

Claus von Carnap-Bornheim ist Projektleiter der Arbeitsstelle in Schleswig am Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie.

Claus von Carnap-Bornheim studierte an der Philipps-Universität Marburg Vor- und Frühgeschichte, Klassische Archäologie, Ägyptologie und Anthropologie. 1990 promovierte er dort mit dem Thema „Perldraht und Preßblech in kaiserzeitlichen Moorfunden Südskandinaviens und Schleswig-Holsteins“. 1997 erfolgte mit den „Studien zur jüngeren Römischen Kaiserzeit im Barbaricum“ seine Habilitation. Seit 1999 ist er Direktor des Museums für Archäologie Schloss Gottorf in Schleswig. Von 2004 bis 2017 war er Leiter des Archäologischen Landesamtes im Bundesland Schleswig-Holstein. 2008 gründete er das Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie als außeruniversitäre Forschungseinrichtung innerhalb der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf. Seit 2009 ist Claus von Carnap-Bornheim Leitender Direktor der Stiftung. Er ist Professor für Ur- und Frühgeschichte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit sind neben Studien zur Römischen Kaiserzeit im Barbaricum und Forschungen zur frühmittelalterlichen Siedlung in Haithabu allgemein die Archäologie Mittel- und Nordeuropas im ersten Jahrtausend sowie die Archäologie Ostpreußens.

 

Prof. Dr. Matthias Wemhoff

Matthias Wemhoff ist Projektleiter der Arbeitsstelle am Archivstandort in Berlin am Museum für Vor- und Frühgeschichte.

Matthias Wemhoff studierte Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit sowie Mittlere Geschichte und Kirchengeschichte an den Universitäten Bamberg und Freiburg. Er wurde 1992 mit einer Arbeit zum Thema „Das Damenstift Herford. Die archäologischen Ergebnisse zur Geschichte der Profan- und Sakralbauten seit dem späten 8. Jahrhundert“ an der Universität Freiburg promoviert. Im selben Jahr wurde er Leiter des Museums in der Kaiserpfalz Paderborn. Von 2003 an wirkte er als Gründungsdirektor des LWL-Landesmuseums für Klosterkultur in Dalheim. Seit 2008 ist Matthias Wemhoff Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin – PK sowie Landesarchäologe des Bundeslandes Berlin. Er ist Honorarprofessor am Institut für Prähistorische Archäologie an der Freien Universität Berlin.

Forschungsschwerpunkte von Matthias Wemhoff sind die Archäologie und Geschichte des hohen und späten Mittelalters und der Neuzeit, Kirchengeschichte und Klosterkultur sowie die Archäologie Ostpreußens einschließlich der modernen internationalen Erforschung dieses Territoriums.

 

Mitarbeiter

Dr. Heidemarie Eilbracht

Heidemarie Eilbracht verantwortet als wissenschaftliche Mitarbeiterin den Aufgabenbereich „Die Archivalien und Funde“ (Modul 1). Sie ist zuständig für die Digitalisierung der Quellenbestände zur ostpreußischen Archäologie und deren Erfassung und Erschließung in der Projektdatenbank.

Heidemarie Eilbracht studierte Ur- und Frühgeschichte sowie Alte und Mittelalterliche Geschichte und Klassische Archäologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. 1994 promovierte sie dort zum Thema „Filigran- und Granulationskunst im wikingischen Norden. Untersuchungen zum Transfer frühmittelalterlicher Gold- und Silberschmiedetechniken zwischen dem Kontinent und Nordeuropa“. Von 1994 bis 2000 war sie in der Bodendenkmalpflege in den Bundesländern Sachsen und Brandenburg tätig. 2001 bis 2011 arbeitete sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin in Forschungsprojekten an der Humboldt-Universität zu Berlin sowie der Freien Universität Berlin. Seit 2012 ist sie für das Projekt „Forschungskontinuität und Kontinuitätsforschung“ tätig und am Archivstandort in Berlin am Museum für Vor- und Frühgeschichte angebunden.

Forschungsschwerpunkte von Heidemarie Eilbracht sind die Wissenschaftsgeschichte sowie die Entwicklung von Handwerk und Technologie in frühgeschichtlicher Zeit.

 

Dr. Timo Ibsen

Timo Ibsen verantwortet als wissenschaftlicher Mitarbeiter den Aufgabenbereich „Die Siedlungsforschung“ (Modul 3). Er beschäftigt sich mit Fragen zur Siedlungsentwicklung der vor- und nachchristlichen Eisenzeit, wobei den ca. 450 Burgwällen im ehemaligen Ostpreußen eine zentrale Rolle zukommt. Sie werden durch eine neu entwickelte Methodenkombination mittels Bohrungen untersucht und datiert und auf der Basis der archäologischen Fundstellenlandschaft interpretiert.

Timo Ibsen studierte Vor- und Frühgeschichte, Klassische Archäologie und Bodenkunde an den Universitäten Bonn und Kiel. Von 2003 an leitete er Ausgrabungen im ehemaligen Ostpreußen, u. a. an den Fundorten Groß Ottenhagen/Berëzovka und Wiskiauten/Mochovoe im heutigen Kaliningrader Gebiet. Seit 2005 arbeitete er in Forschungsprojekten am Archäologischen Landesmuseum in Schleswig und seit 2008 am Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie. 2009 erfolgte die Promotion zum Thema „‘Etwa hier die Siedlung‘ – Der frühmittelalterliche Fundplatz Wiskiauten/Mohovoe im Kaliningrader Gebiet im Lichte alter Dokumente und neuer Forschungen“. Seit 2012 ist er für das Projekt „Forschungskontinuität und Kontinuitätsforschung“ tätig und an der Arbeitsstelle in Schleswig am Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie angebunden.

Forschungsschwerpunkt von Timo Ibsen ist die Archäologie des gesamten ersten nachchristlichen Jahrtausends im Ostseeraum, insbesondere im Kaliningrader Gebiet Russlands.

 

Sebastian Kriesch

Sebastian Kriesch ist als Administrator zuständig für die Projektdatenbank. Er war an deren Entwicklung beteiligt und verantwortet die Migration und die Redaktion der Daten. Zudem ist er Ansprechpartner für externe Nutzer der Datenbank. Weiterhin betreut er die Website des Projektes.

Sebastian Kriesch studierte an der Freien Universität Berlin und an der Universität Århus die Fächer Prähistorische Archäologie und Altamerikanistik. Seine Magisterarbeit befasste sich mit dem Thema „Die Nienburger Gruppe. Studien zur geographischen Abgrenzung und typologischen Klassifikation“ (FU Berlin, 2009). Bis 2014 war er im Rahmen seiner Promotion über „Das eisenzeitliche Gräberfeld Leese, Ldkr. Nienburg (Weser)“ als wissenschaftliche Hilfskraft am Seminar für Ur- und Frühgeschichte der Universität Göttingen tätig. Seit 2015 ist er technischer Mitarbeiter (IT) des Projektes und am Archivstandort in Berlin am Museum für Vor- und Frühgeschichte angebunden.

Forschungsschwerpunkte von Sebastian Kriesch sind zum einen die Vorrömische Eisenzeit in Mittel-, Ost- und Nordeuropa, zum anderen computergestützte Archäologie und Datenbanken sowie Strategien zur Digitalisierung im musealen Kontext.

 

Dr. Dr. Jaroslaw A. Prassolow

Jaroslaw A. Prassolow verantwortet als wissenschaftlicher Mitarbeiter den Aufgabenbereich „Das Geographische Informationssystem (GIS)“ (Modul 2). Im Mittelpunkt seiner Arbeiten stehen die Verifizierung und Validierung der aus den Archivalien und Publikationen der vorkriegszeitlichen Forschungsperiode gewonnenen Daten zu den bis 1945 bekannten archäologischen Denkmälern. Einen weiteren Schwerpunkt stellt die Entwicklung eines GIS-gestützten Modells zur archäologischen Siedlungsforschung im Forschungsgebiet dar.

2002 bis 2006 studierte er Ur- und Frühgeschichte und Nordistik/Skandinavistik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Dort promovierte er mit dem Thema „Dolchmesser aus dem Kaliningrader Gebiet (Russland). Typologisch-chronologische Studie zu völkerwanderungszeitlichen Dolchmessern“ (2011). Seit 2009 arbeitet er im Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie in Schleswig; seit 2012 ist er dort für das Projekt „Forschungskontinuität und Kontinuitätsforschung“ tätig.

Forschungsschwerpunkt von Jaroslaw A. Prassolow ist die Archäologie der nachchristlichen Eisenzeit in Nordeuropa mit dem Schwerpunkt auf der Archäologie der überwiegend von baltischen Stämmen besiedelten Regionen des Ostseegebietes.